Unser Schulteich

Seit mehr als vierzig Jahren kümmern sich die Naturkundelehrer der Sekundar-schule um die Pflege und Unterhaltsarbeiten am Schulteich. Zu diesen Arbeiten gehört das regelmässige Zurückschneiden der Vegetation um eine Verlandung und Verschlammung des Teichs zu verhindern. Kleine Bäume, Sträucher, Schilf und Rohrkolben müssen dann stark zurück geschnitten werden.
Alle fünf bis sieben Jahre muss der Teich dennoch ausgebaggert werden, damit eine Wassertiefe bis zu eineinhalb Metern gewährleistet werden kann. Nur so fühlen sich die im Teich „wohnhaften“ Amphibien wohl und bleiben ihrem Laichgewässer treu.

2016/17 Grosse Arbeiten für die Revitalisierung unseres Schulteiches

Der Lauf der Alten Aare ist ein Auengebiet von nationaler Bedeutung und steht seit 1961 unter Naturschutz. Dazu kommen unzählige Amphibienlaichgebiete, welche in den letzten Jahrzehnten zu Schutzgebieten von nationaler Bedeutung erklärt wurden und somit durch die Naturschutzgesetze des Bundes geschützt sind. Dazu gehört seit 2001 auch unser Schulteich, den wir seid über vierzig Jahren mit den notwendigen Arbeiten unterhalten.
Mit den milderen Winter in den letzten Jahren hat die Vegetation rund um den Teich ein grosses Ausmass angenommen und der Teich droht zu verlanden. Gerade zur rechten Zeit kommt das Projekt «Hochwasserschutz und Revitalisierung Alte Aare» des Wasserbauverbandes Alte Aare und des Kantons Bern. Anlass waren die Hochwasser 2006 und 2007 beim Lyssbach und Eichibach. Im Zentrum des Projektes stehen Hochwasserschutzmassnahmen und umfangreiche Aufwertungs-massnahmen für die Natur.

Zwei Jahre dauerte die Vorbereitungs- und Projektierungsphase und von 2011 bis 2014 wurde das Plangenehmigungsverfahren durchgeführt. Die Planung wurde im Juli 2013 genehmigt und die Bauarbeiten sind seit März 2015 im Gang. Die Projekt-leitung rechnet damit, dass im Frühling 2020 alle Massnahmen umgesetzt sind. Die Realisierung des Projektes kostet rund 23 Millionen Franken. Der Bund und der Kanton Bern übernehmen den Hauptteil der Kosten. 

Vorstellung des Projektes des Wasserverbandes Alte Aare
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Im Rahmen des Projektes erfährt auch unser Schulteich eine Revitalisierung. Seit Anfang Jahr wurden zwischen Studen und Dotzigen grosse Rodungsarbeiten durch-geführt. So auch bei unserem Schulteich. Die Vegetation wurde stark ausgelichtet und sieht zurzeit verständlicherweise etwas trostlos aus. Die Rodungsarbeiten, welche durch den Ökoleiter Nils Werdenberg vom Planungsbüro Basler+Hoffmann AG, Bern und Revierförster Meinrad Lüthi begleitet werden, sind Ende Februar abgeschlossen, da die Schonzeit für die Amphibien beginnt.
In einer nächsten Phase 2016/17 wird der Teich vertieft, vergrössert und revitali-siert, so dass die typischen Tier- und Pflanzenarten wieder einen optimalen Lebens-raum erhalten.

Die Umgebung des Schulteiches ist gerodet (Februar 2016)

Rückblick auf die Unterhaltsarbeiten unserer Schule

Im Rahmen der jährlichen Unterhaltsarbeiten entfern-te eine Gruppe Achteler im Herbst 2013 das Unterholz der nördlichen Uferregion des Teiches.
Eine andere Gruppe befreite die wiederum stark über-wachsene Treppe vom Unkraut. Wegen des milden Winters konnte der Schilfgürtel nicht geschnitten werden.

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt befreite im Dezember 2011 eine Gruppe Achteler den Westteil des Teichs vom Unterholz und einem Teil des Schilf-gürtels. Nach einer ausgedehnten Trockenperiode lag der Wasserspiegel auf Rekordtiefe. Zudem musste auch die überwachsene Treppe, welche den Zugang zum Schulteich ermöglicht, freigeschaufelt werden. Bei diesen Arbeiten kamen auch einige 'Nousse' der Hornusser zum Vorschein.

Ausgerüstet mit neuem Werkzeug rückte im Novem-ber 2008 eine Gruppe Achtklässler dem Nordteil des Teichs und einem Teil des Schilfgürtels zu Leibe. Nach mehreren Jahren ohne Unterhalt am Teich zeigte sich das Unterholz be-sonders dicht, so dass auch grössere Sägen und Astscheren eingesetzt werden mussten.

Im September 2003 wurde eine grössere Aus-lichtungsaktion durchgeführt.
Unter der Leitung der Naturkundelehrer Hans Jäger, Charles Schwab und Roland Tock rückten die siebten und achten Klassen der Sekundarschule während des NMM-Unterrichtes der Vegetation zu Leibe. Grosse Mengen von nachgewachsenem Holz, Wasserpflanzen und Sträuchern mussten entfernt werden.

In einer weiteren Phase ist das Ausbaggern des Teichs geplant. Zudem wird der Teich unter der Leitung des Fischereiaufsehers elektrisch ausgefischt. Diese Massnahme ist notwendig, um besonders den Laich der verschiedenen Molcharten im Frühling zu schützen. Jeden Winter soll der Schilfbestand auf das notwendige Minimum reduziert werden, damit die Wasserfläche möglichst gross bleibt.

Die jahrelange Pflege des Schulteiches nach den Richtlinien des KARCH (Koordinationsstelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz) führte im Jahre 2001 zur Aufnahme des Schul-teichs in das Bundesinventar für schützenswerte Amphi-bienlaichgebiete. Mit der nationalen und kantonalen Gesetz-gebung ist das Vorgehen für den Schutz und Unterhalt dieser Laichgebiete, sowie deren Finanzierung sichergestellt.

 

Dass der Dotziger Schulteich jetzt zu den über 700 schützens-werten Standorten der Schweiz (70 davon im Kanton Bern) gehört, freut die Naturkundelehrer, welche seit Jahren den Teich pflegen, natürlich besonders.

 

Es wird Ansporn sein, in den nächsten Jahren noch vermehrt Massnahmen zum Schutze der einheimischen Amphibien zu treffen. Wenn man weiss, dass 95% der einheimischen Amphibien auf der Roten Liste (vom Aussterben direkt bedroht) stehen, erkennt man die Notwendigkeit zu deren Schutz auch auf regionaler und lokaler Ebene.

Die Betreuung unseres Schulteichs wird ausgezeichnet
 

An einer kleinen Feier übergab Grossrätin Dorothea Loosli, Präsidentin der Grünen Seeland, den Umweltpreis 2004 für die vorbildliche Pflege unseres Schulteiches. Das Telebilingue zeigte einen aktuellen Fernsehbeitrag von der Feier.

Regelmässige Unterhaltsarbeiten
 

  • Entfernen von Sträuchern und Unterholz rund um den Teich, da diese die Verlandung stark unterstützen und die notwendige Lichtmenge zu stark reduzieren. Entfernen des Schilfgürtels (inkl. Rohrkolben) wegen der zu starken Verwachsung des Teichs und damit der Reduktion der offenen Wasserfläche (Oktober bis März; letztmals im Oktober/November 2003; sollte etwa alle drei Jahre wiederholt werden). Im Winter 2006 konnten wir mit Unterstützung der Gemeindebehörden die zu gross gewordenen Bäume auf der Südseite des Teiches entfernen. Damit fällt wieder mehr Licht auf die Teichfläche. Zudem wurde auf der Ostseite der Rottannenbestand (!) von der Burgergemeinde gerodet. Die nächste Aktion zur Strauchentfernung ist im Herbst 2012 und Winter 2013 geplant. Damit kann einer Verlandung vorgebeugt werden. Der Amphibienbestand kann erst mit den ersten Sonnenstrahlen im März wieder abgeschätzt werden. Dann werden die Frösche, Kröten, Unken und Molche wieder aktiv.
  • Schneiden des Schilfgürtels oberhalb des Wasserspiegels wegen der grossen Mengen von Laubfall und der Gefahr der Verlandung (möglichst im Winter, wenn der Teich gefroren und begehbar ist; in Jahren der „Ausräumung“ und des Vegetationsrückschnitts nicht nötig).
  • Ausräumen eines Teils des Tümpels zur Vertiefung des Teichs. Je nach fortgeschrittener Verlandung ist dies alle 8 – 10 Jahre notwendig; letztmals 1996 ganz und 2005 teilweise durchgeführt. Die nächsten grossen Arbeiten sind in der Zeit von 2014-2016 geplant.
  • Allgemeine Reinigungsarbeiten (grössere Falllaubmengen, umgestürzte Bäume, gebrochene Äste) müssen jährlich weggeschafft werden.