Geschichte des Sekundarschulverbands Oberes Bürenamt (1969 - 2014)

1969 - Erster Schultag am 14. April

Mit der Gründung des Sekundarschulverbandes Oberes Bürenamt nahm auch gleich die erste Schulklasse – eingemietet im Primarschulhaus in Dotzigen – ihre Arbeit auf.

Klassenlehrerin der 13 Schülerinnen und 5 Schüler aus Büetigen, Diessbach und Dotzigen ist Eva Baumgardt.

1976 - Der Spezialräumetrakt wird gebaut

Die Sekundarschule wächst zusehends und alle fünf Klassen sind im Primarschulhaus in Dotzigen unter-gebracht. Der Platzbedarf kann mit den vorhande-nen Räumlichkeiten nicht mehr abgedeckt werden und so plant der Verband eine Gesamtschulanlage mit Klassentrakt, Spezialräumetrakt, Aula und Doppelturnhalle. Leider findet das Projekt nicht in allen Verbandsgemeinden eine Mehrheit. Wegen des dringenden Schulraumbedarfs wird der Spezialräumetrakt dennoch gebaut. Heute befinden sich Bibliothek, Musikzimmer, zwei NMM-Räume und das Sekretariat im Gebäude.

1983 - Die erste Parallelklasse wird bewilligt

Seit 1977 besuchen Schülerinnen und Schüler aus Busswil die Sekundarschule, da es in Lyss nicht mehr genügend Platz hat. Im März 1983 erhält der Sekun-darschulverband die Bewilligung zum Führen von zwei fünften Klassen, da die Schülerzahl mittlerweile auf über 130 angewachsen ist.

Ab diesem Jahr gilt ein neuer Lehrplan, welcher zum ersten Mal die drei Be-reiche Sozialkompetenz, Selbstkompetenz und Sachkompetenz in den Vorder-grund rückt. Die Fächer Physik, Biologie und Chemie werden in das Fach Natur-kunde integriert und die Hauswirtschaft wird auch für Knaben zum obligato-rischen Fach.

1985 - Die Gemeinde Busswil tritt dem Schulverband bei

Nach recht harzigen Verhandlungen stimmt die Einwohnergemeinde Busswil dem Beitritt zum Sekundarschulverband SOB zu und zahlt Fr. 100'000.- 'Eintrittsgebühr'.

1989 - Der Sommerschulbeginn führt zum Langschuljahr

Durch die Annahme der eidgenössischen Volksinitiative für die Koordination eines einheitlichen Schuljahresbeginns im Jahre 1985 sieht sich der Kanton Bern gezwungen den Schuljahresbeginn vom Frühling auf den Sommer zu verschieben. Deshalb dauert das Schuljahr 1988/89 zwölf Wochen länger. In diesem zusätzlichen Quartal finden an unserer Schule verschiedene zusätzliche Projekte statt; eines davon ist das Musical «There’s no business…», welches für die Schule neue Massstäbe setzt.

1989 - Die Sekundarschule weiht ihren neuen Klassentrakt ein

Das Schulraumproblem spitzt sich weiter zu: Die Spezialräume für Naturkunde und Geografie, ja selbst die Bibliothek müssen zusätzlich als Klassenzimmer dienen. Nach zwei Jahrzehnten mit Provisorien hat die Sekundarschule erst-mals ihr eigenes Schulhaus und kann es im Oktober einweihen.

1995 - 1. Bandfest an der Sekundarschule in Dotzigen

Nach einer Idee von Kurt Lutz findet erstmals das Schülerband-Festival «BandFest» der Sekundarschule statt. Schülerbands von Pieterlen, Lengnau und Dotzigen können erstmals in unserer Region ihr Können in der Öffentlichkeit zeigen. Mangels geeigneten Räumlichkeiten findet das von der Sekundarschule organisierte Event in der Mehrzweckhalle Büren an der Aare statt. Sechs Bands zeigen sich von der besten Seite. Zum Abschluss singen und spielen alle Teilnehmenden zusammen das Lied «We are the world».

Im Sommer 2006 findet dann die 10. Auflage des «BandFest Seeland» statt. 23 Bands aus 12 Orten zeigen ihr Können.

1995 - Erstes Leitbild einer 'Staatsschule' im Kanton Bern

Mit der Umsetzung des Lehrplanes 95 werden – von der breiten Öffentlichkeit nur wenig bemerkt – ganz wesentliche Veränderungen der Schulphilosophie in die Wege geleitet. Neu wird gefordert, dass im differenzierten Unterricht jedes Kind entsprechend seinen Möglichkeiten und Fähigkeiten gemäss seinem Arbeitstempo gefördert werden soll.

Seitdem wird die Gestaltung einer Schule stark durch ihr Kollegiumsteam ge-prägt; d.h. das Lehrerteam hat die Schule gesamthaft zu organisieren, zu be-treuen und zu gestalten. Die Schulleitungen erhalten weit reichende Kompe-tenzen im Bereich der operativen Führung einer Schule.

Um diesen grundlegenden Neuerungen auch umsetzen zu können, brauchen wir als Team eine gemeinsame Zielorientierung für die Schule als Ganzes. Die Erarbeitung eines Leitbildes für die Sekundarschule ist unabdingbar zur Be-wältigung der künftigen Aufgaben. In unzähligen Arbeitssitzungen und vielen harten aber klärenden Diskussionen über die Zielrichtung unserer Arbeit wird das Leitbild – als erstes einer 'Staatsschule' im Kanton Bern – im Herbst ver-öffentlicht. Eine grosse Hilfe ist der externe Berater. Er führt uns mit professio-nellen Methoden zu einem Leitbild, das genug Visionäres beinhaltet, das wir wahrscheinlich nie erreichen, aber genug Konkretes, um danach die jährlichen Ziele ableiten zu können. Diese Jahresziele gewährleisten, dass wir das Leit-bild tatsächlich als Massstab unserer Arbeit nehmen und an ihm gemessen werden zu können.

1996 - Umstellung auf 6/3, neuer Lehrplan und Fünftagewoche

Die grosse Wende in der bernischen Volksschule kommt mit dem Lehrplan 95 und dem zu diesem Zeitpunkt neuen Übertrittssystem 6/3. Mit 53,6% JA-Stimmen – bei nur 25,8% Stimmbeteiligung – entscheidet sich das Berner Stimmvolk in einer entsprechenden Volksinitiative für die Einführung des Schulsystems 6/3. Im Sommer 94 und Sommer 95 treten demzufolge keine neuen Schülerinnen und Schüler in unsere Schule ein. Erst im Sommer 96 können wir zwei neue siebte Klassen aufnehmen. Die Sekundarschulzeit be-trägt nun drei Jahre. Die politischen Behörden der vier Verbandsgemeinden wählen das Schulmodell 1, wonach die Realschulen in den einzelnen Dörfern und die Sekundarschule in Dotzigen eigenständige und getrennte Schulen bleiben.
Den Neuerungen im Lehrplan entsprechend entstehen neue Schulfächer: Natur-Mensch-Mitwelt (Natur und Kultur), 'Mittelschulvorbereitung' und 'Individuelle Lernförderung', sowie das kursähnliche 'Angebot der Schule'. Zudem wird Englisch zum obligatorischen Fach und der Informatikunterricht wird eingeführt. Die Hauswirtschaft wird vom neunten ins achte Schuljahr verlegt.
Eine neue Schülerbeurteilung tritt in Kraft. Ein Notenzeugnis wird nur noch im Sommer ausgestellt; nach dem Wintersemester erhalten die Kinder einen aus-führlichen Lernbericht. Neu wird also das Lern- und Arbeitsverhalten als fester Bestandteil in die Beurteilung aufgenommen.
Zu all diesen Änderungen wird auch einem erkennbaren Trend im Kanton nach-gegeben: die Fünftagewoche wird eingeführt. In unserer Region wird eine Sportwoche – als Ferienwoche – im Februar eingeführt. Seit 1995 bietet unsere Schule in dieser Woche ein freiwilliges Wintersportlager an, welches erfreulicherweise rege benutzt wird.

1998 - SOB und das kantonale Pilotprojekt 'Globalsteuerung'

Glücklicherweise können wir mit Schuljahresbeginn an einem Pilotprojekt des Kantons teilnehmen. Das Projekt «Schulen mit erweitertem Gestaltungsraum – Globalsteuerung» ermöglicht uns, ein eigenes Profil und durchzusetzen.

Als einzige Schule im Kanton können wir unseren Schülerinnen und Schülern ein sehr breites Angebot an fakultativem Unterricht und an speziellen Kursen anbieten, und sie gleichzeitig von obligatorischen Fächern entlasten. Für die Siebtklässler wird im Rahmen des Pilotprojektes zusätzlich eine Lektion 'Lern-technik' und 'Tastaturschreiben' eingeführt. Das Echo der Schülerschaft auf die angebotenen Kurse und die Belegung in den letzten Jahren ist sehr erfreulich; das Angebot wird geschätzt.

Nach Beendigung des Pilotversuches kann unsere Schule die 'Errungenschaf-ten' weitgehend behalten und weiter ausbauen. Im Verlauf der folgenden Jahre werden vom Lehrerkollegium verschiedene Konzepte ausgearbeitet: die Grundsätze über die Zulassung zu den fakultativen Fächern, das Berufswahl-konzept und das Beurteilungskonzept.

In den Rahmenbedingungen der kantonalen Verfügung zum Pilotversuch wird festgehalten, dass der Schule möglichst weitgehende Kontenfreiheiten - v.a. im Bereich des Betriebskostenbudgets - zu gewähren sind. Für das Globalbud-get wird ein Reglement ausgearbeitet, welches durch die vier Verbandsge-meinden genehmigt wird.

Im Frühling 2000 erfolgt eine Zwischenevaluation im Auftrag des Kantons, welche von einem Expertenteam aus der Erziehungsdirektion und den Schulinspektoraten unter der Leitung eines externen Organisationsberaters durchgeführt wird. Das Fazit ist durchwegs positiv und instruktiv.

2004 - 'Umweltpreis 2004' für die Sekundarschule Dotzigen

Überrascht und erfreut können wir vom Gewinn des Seeländer Umweltpreises 2004 Kenntnis nehmen.
In einer kleinen Feier übergibt Grossrätin Dorothea Loosli, den 'Umweltpreis 2004' für die vorbildliche Pflege unseres Schulteiches. Seit über vierzig Jahren kümmern sich unsere Natur-kundelehrer um die Pflege und Unterhaltsarbeiten am Schulteich. Zu diesen Arbeiten gehört das regelmässige Zurück-schneiden der Vegetation und alle 7 – 10 Jahre das Ausbaggern des Teiches, damit die Wassertiefe und Teichoberfläche gross genug bleiben.

Die jahrelange Pflege des Schulteiches nach den Richtlinien der Koordinations-stelle für Amphibien- und Reptilienschutz in der Schweiz (Karch) führt dazu, dass der Bundesrat Ende Oktober 2003 den Dotziger Schulteich zusammen mit über 70 anderen Standorten der Schweiz in das Bundesinventar für schützens-werte Amphibienlaichgebiete aufnimmt.

2004 - Leistungsvereinbarung der Verbandsgemeinden

Alle Beteiligten können während fünf Jahren die Vorteile des Globalbudgets erkennen. Mit einem Globalbudget kann die Schule weitsichtig planen, da sie weiss mit welchen Beträgen sie rechnen kann. Die Gemeindebehörden können ebenfalls frühzeitig ihre Ausgaben für die Schule kalkulieren.
Mit einer Leistungsvereinbarung wird im Herbst 2004 festgehalten, welche Leistungen die Schule für diesen Betrag erbringt.

In der Vereinbarung sind folgende Themen umschrieben: Unterrichts- und Leistungsniveau, Fachbereiche, Projekte und Anlässe, Öffentlichkeitsarbeit, Schulhaus und Umgebung, Globalbudget (Betriebskosten).

2005 - Neues Organisationsreglement für den Schulverband SOB

Nach jahrelangem Hin und Her ist es endlich soweit: Der Sekundarschulver-band Oberes Bürenamt erhält ein neues Organisationsreglement, welches ab 2005 in 67 Artikeln die Organisation und Zusammenarbeit im Schulverband regelt.

2007 - Der Übergang zwischen den Gebäuden erhält ein Dach

Nach recht harzigen politischen Diskussionen entscheiden sich die Verbands-gemeinden für ein Projekt zur Überdachung des Verbindungsganges zwischen dem Klassen- und dem Spezialräumetrakt. Knapp Fr. 100'000.- kostet das Projekt, welches umfangreiche Erdarbeiten und eine neuartige Bedachung vorsieht. Im Herbst wird das neue 'Bauteil' fertiggestellt.

Für die Schule wird erstmals eine Website als Informations-Plattform aufge-schaltet.

2010 - Neues Sekretariat für die Schulen Dotzigen

Die Gemeinde Dotzigen und der Sekundarschulverband Oberes Bürenamt ver-einbart, den Schulen in Dotzigen ein Sekretariat zur Seite zu stellen. Dies wird nötig, weil sich der Aufwand für administrative Arbeiten mehr und mehr ver-grössert, ohne dass dafür Ressourcen zur Verfügung stehen.

Die neue Sekretariatsstelle umfasst 30 Stellenprozente, aufgeteilt in 10% für die Primar- und Realschule und 20% für die Sekundarschule. Im neuen Büro im 1. Stock des Spezialräumetrakts laufen in Zukunft alle Fäden der beiden Schul-kommissionen und der Schulleitungen von Primar-, Real- und Sekundarschule Dotzigen zusammen.

Frau Andrea Meister-Kissling aus Dotzigen wird für diese vielseitige und an-spruchsvolle Tätigkeit angestellt.

2011 – Wir sind neu vernetzt

Im Herbst 2010 bewilligt die Delegiertenversammlung einen Kredit zur voll-ständigen IT-Vernetzung der Sekundarschule. Klassentrakt und Spezialräume-trakt sind jetzt mit einem Lehrer-, einem Schüler- und einem Gästenetz über WLAN und Drahtnetz verbunden; alle Räume haben einen Festnetz-Kabelan-schluss ans Internet. Dank einer 'schnellen Leitung' der Swisscom können viele TeilnehmerInnen gleichzeitig auf das Internet zugreifen.

2012 – Busswil steigt aus dem Schulverband aus

Nachdem die Gemeinden Lyss und Busswil 2010 der Fusion zugestimmt haben, zeichnet sich ab, dass die Busswiler Oberstufenschüler in Zukunft in Lyss zur Schule gehen werden. Busswil kündigt den Vertrag mit dem Schulverband SOB und bezahlt ein vertraglich bestimmtes Austrittsgeld.

2013 – Veränderungen im ICT-Angebot

Das Verlangen nach genügend mobilen Geräten und die Aufgabe des Bildungs-angebotes für Erwachsene führen dazu, dass der EDV-Raum mit den 14 stand-ortgebundenen Geräten im Estrich nicht mehr genügt. Zudem ist die Anlage in die Jahre gekommen und eine Ablösung zeichnet sich ab. Folge davon ist die Aufhebung des EDV-Raumes, die Anschaffung von 32 Ultrabooks und der kostenlose Zugang zur Businessplattform Office 365. Damit wird die Schule 'ICT-mobil'.

2014 – Neue Schulstruktur für Büetigen, Diessbach und Dotzigen

Nach dem Austritt von Busswil beschliessen die drei Gemeinden Büetigen, Diessbach und Dotzigen einen neuen Schulverband zu gründen. Viele Ab-klärungen und Entscheide in den Schulbehörden und der Lehrerschaft prägen die Übergangszeit. Alle Oberstufenschüler werden zukünftig in der 'Oberstufe Dotzigen' (OSD) zur Schule gehen. Der neu gegründete Schulverband be-schliesst das durchlässige Schulmodell 3a (Spiegel) mit Anpassungen in der 9. Klasse. Dem Verband steht nun ein Schulrat vor.
Die neue Oberstufe erhält auch eine neue Website.

Schulstatistik Sekundarschulverband SOB 1969 - 2013