2014 Unter einem Dach

Das Thema des neuen Schuljahres lautet "Unter einem Dach". Mit der neuen Schulstruktur - alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe des Verbandes unter einem Dach - wollen wir dieses Jahr ergründen, was dies für unsere Schule bedeutet.

Thementag «Unter einem Dach»

Nachdem es im ersten Quartal des aktuellen Schuljah-res darum ging, alle Menschen unter dem neuen ge-meinsamen Dach kennen zu lernen, richtet sich nun im zweiten Quartal der Blick auf die drei Gemeinden, die Träger unseres Schulverbands sind.
Der erste Schultag nach den Herbstferien ist schon seit vielen Jahren an unserer Schule der Thementag. Er soll das Jahresmotto mit vielfältigen Aktivitäten vertiefen.

Was liegt als näher als einmal herauszufinden, was sich unter den grössten Dächern in den Dörfern verbirgt? In Dotzigen ist unter dem grössten Dach die Firma LANDI Schweiz tätig. Bei einer Führung durch den Betrieb konnten unsere Schülerinnen und Schüler einen Einblick bekommen in das Herz des weitver-zweigten LANDI-Netzwerks.
Logistiker-Lehrlinge betreuten die Besuchergruppen und stellten die unterschied-lichen Bereiche vor. Das moderne Logistikzentrum bestellt und lagert Güter aus dem Inland und aus der ganzen Welt und versorgt all die grossen und kleinen Landiläden im ganzen Land. Der Betrieb ist ein wichtiger Arbeitgeber für das Dorf und die Region und zahlreiche unserer Schülerinnen und Schüler haben dort ihre Berufsausbildung absolvieren können.

Das grösste Dach in Diessbach ist ein transparentes Treibhausdach. Darunter wachsen Peperoni, Tomaten und Auberginen. In diesen Wochen werden alle diese Pflanzen entfernt und kommen in einen Biogas-Reaktor, wo daraus Energie gewonnen wird. Jetzt lösen Nüsslersalat und weitere Wintergemüse die Sommer-produkte ab.

Wie im Biogemüsebetrieb Maurer gearbeitet wird, hö-ren unsere Schülerinnen und Schüler bei der Betriebs-besichtigung von der Biobäuerin Lucy Maurer, die mit ihrem Mann zusammen in zweiter Generation das Ge-schäft führt. Es ist viel Handarbeit nötig, bis das Ge-müse aus dem Boden über die Waschanlage und die Verpackungsmaschinen bis zu den Lebensmittelge-schäften und Marktständen kommt. Die Besucher erleben ein eindrückliches Bei-spiel eines modern geführten und ressourcenschonenden Biobetriebs.

In Büetigen erleben wir, was es heisst, das Dach über dem Kopf zu verlieren. Vor etwas mehr als zwei Jahren hat die Familie Arn innert Minuten ihr Wohnhaus mit dem ganzen Hab und Gut bei einem Brand verloren. Es berührt alle, wenn Stefan Arn erzählt, wie die Familie in der Nacht vom Brand überrascht wurde und nur noch so viel aus dem Haus retten konnten, wie sie am Leib trugen und in den Händen halten konnten. Der Landwirtschaftsbetrieb konnte gerettet werden und auch ein innovativer Teil davon, die Fernwärmeanlage, blieb verschont.

Die beiden Familien Arn und Kunz haben vor ein paar Jahren zusammen eine Holzschnitzelheizung errichtet, welche mittlerweile Wärme für 29 Liegenschaften liefert. Der Brennstoff ist Holz aus den eigenen Wäl-dern, welches nicht anderweitig genutzt werden kann, also eigentlich ein Abfallprodukt, dass zu Schnitzeln gehäckselt wird. Über ein Schneckengewinde wird das Holz automatisch in den Ofen transportiert, wo es verbrennt und Wärme erzeugt.

Zusammen mit der Abwärme des Rauchs, die auch weitgehend zurückgewonnen wird, wird so Wasser aufgewärmt, das dann durch Rohre im Boden in alle von der Fernwärmeanlage geheizten Gebäude fliesst. Dort wird die Wärme in die eigenen Heizkreisläufe übertragen und das nun kühlere Wasser fliesst zurück zur Holzschnitzelheizung, um neue Wärme aufzu-nehmen. Eine gute Idee, der Wille eine Aufgabe gemeinsam anzupacken und die passende technische Umsetzung sind die Faktoren für den Erfolg einer solchen Unternehmung. Hier hat sich der Pioniergeist ausgezahlt, die Anlage läuft auf Hochtouren und ersetzt zahlreiche umweltschädigende Ölheizungen, ohne dass zusätzliches CO2 ausgestossen wird. Wenn das Holz im Wald verrottet, gibt es nämlich ebenso viel Kohlendioxid in die Umwelt ab wie beim Verbrennen, nur dass damit keine Wärme gewonnen wird.

Neben diesen drei lehrreichen Besichtigungen kommt auch die Geselligkeit nicht zu kurz. Zwar regnet es die meiste Zeit in Strömen, dennoch ist die Stimmung gut. Auf dem Mittelpunkt, wo die drei Schulen Büetigen, Diessbach und Dotzigen, deren Oberstufen jetzt neu unter einem Dach sind, gleich weit entfernt sind, ent-steht am Mittag ein gemeinsames Dach in der Form eines Kulminationspunktes, auf dessen drei Seiten die drei Dörfer angeschrieben sind und auf der Innenseite haben sich alle beteiligten Personen verewigt. Zufälligerweise ist dieser Mittelpunkt nur ein paar Meter neben dem Grenzstein, wo die drei Gemeindegebiete aufeinandertreffen. Bis zu Ende des Schuljahrs, also bis im Sommer 2015, soll dieses Mahnmal der Oberstufenfusion stehen bleiben und das Auge des Betrachters erfreuen.

Wir möchten der Landi Schweiz, der Biogemüse Maurer & Co und der Familie Arn ganz herzlich danken für die grosszügige Mithilfe beim Thementag. Unser Dank für die Organisation dieses Thementags geht an die beiden neu an unserer Schule arbeitenden Reallehrer, Hans-jürg Wegmüller und Hanspeter Oppliger, welche mit zündenden Ideen, präziser Organisation und hand-werklichem Geschick ein attraktives Programm auf die Beine gestellt haben.